Tragen im Winter: So ziehst du dich mit Tragebaby richtig an

Hui, ist das kalt geworden – rausgehen wollen oder müssen wir trotzdem. Also schnell den winzigen Tragling in den dicksten, gefütterten Schneeoverall gesteckt, rein in die Tragehilfe oder das Babytragetuch und über die eigene Jacke geschnallt…oder? NEIN – HALT – STOPP! Bitte nicht! Wir zeigen dir, wie du dein Baby im ersten Jahr am besten und geschütztesten durch die kalte Jahreszeit trägst. Das sind unsere Empfehlungen zum Tragen im Winter!

Dein Baby reguliert seine Körpertemperatur noch nicht selbst

Solange dein Baby seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren kann, musst du dafür sorgen, es vor Auskühlung oder Überhitzung zu schützen. Denn: Steigt oder fällt die Temperatur um dein Baby herum, kann sich der kleine Babykörper noch nicht daran anpassen und den Unterschied ausgleichen.

Während wir Erwachsenen mit Zittern oder Schwitzen reagieren und keine Mühe haben, unsere Köpertemperatur konstant zu halten, musst du dein Baby dabei unterstützen. Das geht durch geeignete Kleidung und vor allem auch durch deine eigene Körperwärme am besten.

Trage dein Baby unter deiner Jacke

Beim Tragen findet der perfekte Wärmeaustausch zwischen dir und deinem Baby statt. Es sei denn, ihr tragt Kleidung, die das verhindert. Oder du trägst dein Kind draußen über deiner Jacke, sodass es gar keinen direkten Kontakt zu deiner Körperwärme hat. Sind zu viele Kleidungsschichten zwischen euch, kann der Effekt der Temperatur-Regulierung durch Körperwärme nicht stattfinden.

Wir von Viva la Mama sind uns mit Trageberaterinnen daher einig: Trage dein Baby (vor allem im Winter) bitte unter deiner Jacke! Auf jeden Fall als Neugeborenes und wenigstens im ersten Jahr – solange dein Baby noch nicht selbst läuft und draußen ständig zwischen Laufen und Tragen wechselt.

Unsere Tragejacken sind extra dafür gemacht, dein Baby von Geburt an bis ca. 2,5 Jahren mit unter der Jacke tragen zu können. Dafür bekommst du neben dem Schwangerschaftseinsatz auch einen extra Babyeinsatz mitgeliefert (außer bei unseren Basic-Tragejacken). Diesen kannst du individuell auf die Größe deines Kindes einstellen. Bei einigen Modellen hast du sogar eine Schnullerkette am Trageeinsatz und kannst dein Baby nicht nur vorn sondern auch auf dem Rücken tragen.

Solltest du einmal wirklich keine Möglichkeit haben, dein kleines Baby unter der Jacke oder einem Cover tragen zu können, solltest du darauf achten, dass es warm eingepackt ist – ähnlich wie im Kinderwagen. Insbesondere die Füße und der Kopf müssen gut geschützt sein. Denn dein Baby bewegt sich nicht in der Trage und friert dadurch schneller als Du. 

Die richtige Kleidung für dein Baby beim Tragen im Winter

Wir können es gar nicht oft genug sagen: Möchtest du im Winter nach draußen, empfehlen wir dir unbedingt, dein Baby unter deiner Jacke zu tragen. So könnt ihr euch gegenseitig wärmen und spart euch unbequeme Kleidungsschichten. Achte darauf, deinen Tragling nicht zu dick einzukleiden und ihm am besten nach dem Zwiebelprinzip temperaturregulierende Sachen anzuziehen. Denn schon die Babytrage ersetzt eine Kleidungsschicht. Kleidung aus Wolle eignet sich dafür sehr gut. Ein Langarmbody und eine Wollstrumpfhose sind zum Beispiel eine ideale Basis.

Ziehst du deinem Baby in der Trage eine Hose/Strumpfhose bzw. einen Strampler mit Fuß an, achte darauf, eine Größe größer oder wenigstens elastische Stoffe zu wählen. Durch die Trageposition, die sogenannte Anhock-Spreiz-Stellung, zieht sich die Kleidung etwas nach oben, wodurch sie sich verkürzt und es schnell eng am eingepackten Fuß werden kann. Lieber eine Hose ohne Fuß wählen und die Babyfüßchen warm in Socken und eventuell bequemen Schuhen einpacken.

In Frühling und Herbst reicht es meist, die gleiche Kleidung wie in der Wohnung anzuziehen, plus deine Tragejacke. So, wie du es selbst auch tun würdest. Wird es kälter und klopft der Winter an die Tür, fügst du jeweils eine Kleidungsschicht hinzu. Du kannst einen zusätzlichen Pullover, eine Sweatjacke oder ähnliches anziehen. Für die Beine und Füße eignen sich dicke Wollsocken, Trageschuhe und/oder Stulpen.

Babymütze nicht vergessen und für freie Atmung sorgen!

Ganz wichtig ist es noch, kurz vor dem Rausgehen ein Wintermützchen über den Kopf deines Babys zu ziehen. Achte darauf, dass auch die Ohren bedeckt sind. Denn der Kopf deines Babys sowie das Gesicht sollten möglichst frei sein, damit es gut atmen kann. Du kannst die freien Gesichtspartien deines Babys bei Bedarf noch mit einer Wetterschutzcreme schützen.

Trägst du dein Baby vorn, pass bitte auf, dass du es nicht mit einem dicken Winterschal bedeckst. Trage stattdessen selbst lieber Kleidung, die deinen Brustbereich und Hals von vornherein schützen – wie ein weicher Rollkragenpulli zum Beispiel. Es gibt auch sogenannte Mama-Kind-Schals. Diese bieten gleichzeitig Windschutz am Hals für dich und dein Baby. Auch ein Trageschal ist eine Option. Dieser ist besonders geformt und schön flach, damit er dein Baby nicht einhüllt und du dein Dekolleté trotzdem vor Kälte geschützt hast.

Kannst du dein Kind draußen schon auf dem Rücken tragen, musst du dir um das Schalproblem keine Sorgen machen. Dann kannst du dir auch einen dicken Loop umbinden und dich bis zum Kinn einmummeln, ohne dass es deinen Schatz stört.

Vorteile des Tragens im Winter gegenüber dem Kinderwagen

Möchtest du im Winter mit Kinderwagen raus, musst du dein Baby richtig warm einpacken – langes Angehose steht bevor. Und neben einem Winteroverall wartet bei vielen im Kinderwagen dann noch der Fusssack oder das dicke Daunenkissen, drunter vielleicht noch ein Lammfell zur Kälteisolierung. Wie eine eingepuppte Raupe liegen die kleinen Würmchen dann in ihren Kokons. Ob es deinem Kind zu kalt oder zu warm ist, lässt sich eher schlecht feststellen, denn der Nacken bzw. die Schulterblätter sind auf dem Rücken liegend unter den vielen Schichten nur schwer zu erreichen. Und du hast so natürlich keine Chance, die Körpertemperatur deines Babys aktiv mit zu regulieren.

Schlummert dein Baby noch seelenruhig im Wagen, wenn ihr nach dem Winterspaziergang nach Hause kommt, musst du es entweder zum Weiterschlafen draußen beobachtet stehen lassen. Wodurch du jedoch noch weniger die Körpertemperatur deines Babys im Blick hast. Oder du nimmst es mit nach drinnen, musst es dafür aber wieder so gut es geht von den vielen Schichten befreien, um eine Überhitzung zu vermeiden. Das könnte dem kleinen Schiebling jedoch gar nicht gefallen, weil er dadurch aufwacht.

Diese großen Vor- und Nachbereitungen hast du beim Tragen mit Tragehilfe oder Tuch natürlich nicht! Weder musst du dein Kind vorher wie ein Eskimo anziehen, noch musst du dir Gedanken beim Nachhause kommen machen. Einfach Tragejacke und Mütze aus, schon kannst du drinnen entspannt weitertragen und dein Baby kann in Ruhe an dir weiterschlafen. Außerdem hast du, während ihr unterwegs seid, ständig die Kontrolle über die Temperatur deines Babys. Denn du kannst sie aktiv mit deiner Körperwärme regulieren und auch immer wieder überprüfen, da der Nacken leichter zugänglich ist. Ein Auskühlen ist durchs Tragen und geeignete Winterkleidung daher nahezu unmöglich.

Tragen bei wirklich eisigen Temperaturen

Frische Luft tut zwar gut, aber bei eisiger Kälte sollte man es vor allem mit einem Neugeborenem nicht übertreiben. Im Kinderwagen besteht jetzt Auskühlungsgefahr. Kleinere Runden – bitte gut geschützt mit dir unter der Tragejacke – reichen aus. Dafür bietet sich für dein Baby zum Beispiel auch unter der Jacke ein Overall aus Wollfleece als weitere Kleidungsschicht an. Dieses Material ist weich und bequem unter der Babytrage, trägt nicht auf und wärmt enorm, ohne einen Wärmestau zu verursachen.

Auch du musst beim Tragen im Winter angenehm warm bleiben. Kleide dich daher ebenfalls im Zwiebellook! Denn du wärmst nicht nur dein Baby, es wärmt auch dich! Denk daran, wenn du dich für deinen Tragespaziergang fertig machst. Lieber mehrere dünne Kleidungsschichten, als eine dicke!

Achte bei dir außerdem auf geeignetes Schuhwerk. Eisige Kälte gepaart mit Schnee und gefrorenem Wasser machen oft auch die Spazierwege rutschig. Du brauchst mit deinem Tragekind guten Halt, damit du dich sicher draußen bewegen kannst. Mit Tragling vor der Brust ist deine Sicht nach unten auch etwas eingeschränkt. Nochmal ein Grund mehr, auf profilierte Winterschuhe zu achten. Dann steht eurem schneeknirschendem Spaziergang hoffentlich nichts mehr im Weg. Mütze und Handschuhe für dich natürlich nicht vergessen!

Warum keinen Schneeanzug in der Babytrage anziehen?

Dicke, gefütterte Schneeanzüge erhalten ihren Wärmeschutz durch Luftposter. Wird diese Luft komprimiert, also zusammengedrückt, wie es in einer Tragehilfe oder einem Tuch der Fall ist, funktioniert das Wärmeschutzprinzip nicht mehr richtig. Der Anzug könnte in einer Trage dadurch nicht mehr ausreichend vor Kälte schützen. Das ist vor allem schlecht beim Tragen über der Jacke.

Andererseits kann es mit Trage und Jacke über dem Schneeanzug zu einem Hitzestau kommen. Du solltest sowieso immer mal am Nacken und zwischen den Schulterblättern deines Babys kontrollieren, ob die Körpertemperatur noch ok ist. Fühlt sich der Bereich schwitzig an, muss eine Kleidungsschicht weg. Ist der Nacken eher kühl, friert dein Baby wahrscheinlich. Fühlt er sich trocken und warm an, ist alles ok.

Mit zusätzlichem Schneeanzug über den Drinnen-Sachen ist das allerdings ziemlich umständlich. Und auch unangenehm für dein Baby. Denn es sollte trotz Winterkleidung immer noch ausreichend Bewegungsspielraum in der Trage haben. Durch einen Schneeanzug ist dein Baby in seiner Bewegung viel eingeschränkter. Es ist für dein Kind nicht schön und kann zu Unruhe oder Panik führen, wenn es sich zu sehr eingeengt fühlt.

Ziehe dein Kind daher lieber im Zwiebellook an, also mehrere dünne Schichten Kleidung statt eine dicke und am besten in natürlichen Materialien.

Wann kann ich mein Kind über der Jacke tragen?

Wird dein Kind zum Laufling und wechselt ihr draußen immer wieder zwischen Getragen werden und Laufen, kannst du dein Kind nun auch über deiner Jacke tragen. Denn dann hat der Laufling sowieso Kleidung an, die ihn auch ohne deine Körperwärme warm hält. Ab dem ersten Lebensjahr können die Kleinen außerdem ihre Temperatur schon viel besser alleine halten.

Hierfür eignen sich im Winter am besten Overalls aus Wollwalk, weil sie atmungsaktiv und temperaturausgleichend sind. Weniger geeignet sind auch hier gefütterte Schneeoveralls. Da das Futter wie oben erwähnt in der Trage zusammengedrückt wird und der Wärmeeffekt dadurch verloren geht. Nimmst du dein Kind dann über der Jacke in die Trage, könnte es anfangen zu frieren.

Das praktische an Viva la Mama Jacken: Nicht nur für deine Freizeit – auch für das Tragen über der Jacke kannst du einfach den Babyeinsatz auszippen.

Tragezeit ist Kuschelzeit

Dein Baby im Winter unter der Jacke zu tragen, empfehlen wir dir aber nicht nur wegen dem genialen Effekt der Temperaturregulierung. Tragen heißt auch Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Tragen ist Liebe, das wertvollste in Sicherheit bei sich zu wissen und nonverbale Signale direkt zu spüren und darauf zu reagieren! Tragezeit ist auch Kuschelzeit – kuschelt euch durch den Winter!

Eine wunderschöne Winter-Tragezeit wünschen euch

Gunda und Katja